
In der VM-Station wird die aus der Laugerei kommende Neutrallauge auf ca. 30° C abgekühlt, zwischengelagert und mit dem Rücklauf der Elektrolyse (Zellensäure), der ebenfalls auf ca. 30 - 34° C heruntergekühlt wird, vermischt. Die so entstandene Lösung (Elektrolyt) wird wieder der Elektrolyse zugeführt. Zur Einhaltung des Bleigehaltes wird dem Elektrolyten Strontiumcarbonat und zur Erzielung glatter Kathodenzinkoberflächen Natrium-Metasilikat beigemengt. Der bei der Abkühlung der Prozesslösungen anfallende Gips wird verkauft.
In der Bäderhalle wird das im Elektrolyt gelöste Zink an Kathoden als metallisches Zink abgeschieden. Im frischen, zulaufenden Elektrolyten sind etwa 45 - 55g Zink pro Liter gelöst. In der ablaufenden Zellensäure, nach dem Durchfluss durch die Bäder, befinden sich noch etwas 40g/l. Die Differenz ist das abgeschiedene Zink
Insgesamt 106 Elektrolysezellen sind in zwei Reihen angeordnet, mit 85 positiv gepolten (Blei-) Anoden und 84 negativ gepolten (Aluminium-) Kathoden je Zelle. Die Abscheidefläche jeder Kathode (Vorder- und Rückseite) beträgt 3,5m2. Die Zellen sind elektrisch "in Reihe" verschaltet, so das der Stromfluss durch alle Zellen gleich ist. Bei einem elektrischen Gleichstrom über alle Zellen von bis zu 160.000A stellt sich ein Spannungsabfall von ca. 375V, pro Zelle also etwa 3,5V ein. Auf die gesamte Kathodenfläche pro Zelle bezogen, ergibt sich somit eine Stromdichte von ca. 500A/m2. Die Bäderhalle weist also eine elektrische Leistung von über 60.000kW auf. Die elektrische Versorgung erfolgt über drei regelbare Transformator-Gleichrichter-Einheiten, die die Elektrolyse mit einem maximalen Gleichstrom von 165kA beliefern können.

Das Zink liegt im Elektrolyten als zweifach positiv geladenes Zink-Ion Zn2+ vor. Um sich als neutrales Zink - Metall abzuscheiden, benötigt jedes Zink-Ion also 2 (negativ geladene) Elektronen, die es sich an der Kathode "holen" kann. Die kathodische Reaktion lautet: Zn2+ + 2e- = Zn°. "Eigentlich" kann dieser Vorgang nicht funktionieren, da sich hauptsächlich Wasserstoff - Ionen H+, die gegenüber den Zink - Ionen ein günstigeres Potenzial aufweisen, an der Kathode neutralisieren, also Elektronen aufnehmen wollen, um Wasserstoffgas H2 zu bilden. Durch den Effekt der sogenannten "Wasserstoffüberspannung", der den Potenzialvorteil des Wasserstoffs aufhebt, ist jedoch dennoch das Abscheiden von Zink möglich.

Die Kathoden werden alle 24 - 48 Stunden aus den Becken gezogen und mit zwei halbautomatischen Transportanlagen zu den Strippmaschinen befördert. Dort wird das abgeschiedene Zink von den Kathoden gestrippt (abgetrennt) und zur Weiterverarbeitung gestapelt. Die Kathoden werden gebürstet und gewaschen um danach wieder in die Becken gesetzt zu werden.
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