
Aus dem Schwefeldioxid (SO2) haltigen Röstgas wird in der Schwefelsäurekontaktanlage Schwefelsäure (H2SO4) hergestellt. Hier zu ist der Röstgasreinigung als letzte Prozessstufe zur Abgasverarbeitung eine Doppelkatalyseanlage aufgebaut.
Das für einen optimalen SO2 - Umsatz erforderliche O2 / SO2-Verhältnis von ca. 1:1 wird durch Zumischung von Luft in das gereinigt kalte Röstgas eingestellt. Anschließend wird das Gasgemisch mit 96%iger Schwefelsäure in einem Füllkörperturm getrocknet und über ein Gebläse durch das Wärmetauscher - Kontaktsystem geleitet. Die Kontaktgruppe arbeitet nach dem Prinzip der Doppelkatalyse an Vanadiumpentoxid - Katalysatoren; nach einem Vorumsatz von ca. 60 % wird das erzeugte Schwefeltrioxid (SO3) durch Zwischenabsorption entfernt und der Gesamtumsatz des SO2 in der letzten Kontaktstufe auf 99,6 % gesteigert.
Durch den Betrieb einer zweistufigen Katalyse wird das Endgas soweit von SO2 befreit, dass es den behördlichen Anforderungen hinsichtlich Luftreinhaltung gerecht wird. Die bei der Absorption von Schwefeltrioxid an Schwefelsäure und beim Umsatz des Gases zu Schwefeltrioxid im Kontakt entstehende Wärme wird über Plattenkühler an internes Kreislaufwasser abgegeben.
Die weitere Rückkühlung der Prozeßwäreme erfolgt durch offene Luftkühltürme. Wichtige Prozessparameter, wie Säureumlaufmengen, Temperaturen, Stromaufnahmen von Pumpen, etc. werden messtechnisch erfasst und zur Anlagensteuerung eingesetzt. Besonderes Augenmerk wird auf die Klarheit der Säure und einem geringen Gehalt an Verunreinigungen gelegt.
Die Schwefelsäureproduktion wird in drei baugleichen Stahlbehältern von jeweils 8000 m³ Fassungsvermögen gelagert und dem Verkauf über Binnenschiffe oder Tanklastzüge zur Verfügung gestellt. Das Rohrleitungssystem und die Tankanlage werden von Sachverständigen überwacht.